Klaus Karlbauer – Multimedia Composer

Diversity – Theme & Variations

21. November 2009 · Kommentar schreiben

Diesmal schreibe ich etwas total Unpolitisches. Versprochen! Ich weise nur dezent, wie es meine Art ist, darauf hin, dass es wieder was Neues von mir zu hören gibt. Ganz neu ist es nicht, hat auch schon ein gutes Jahr auf dem Buckel, war aber jenseits seiner ursprünglichen Funktion als Theatermusik für „Sehnsucht Ahoi“ niemals wo zu hören. Es ist ein Thema, das eine Reise antritt durch Stile und Genres, jegliche Grenzen und Konventionen ignorierend, und letztendlich wieder bei sich selbst anlangt. Ob gereift, geläutert oder gar erleuchtet? I don’t know. Just listen:

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„The Devil in Me“ oder „Let’s Get Lost“

16. November 2009 · 3 Kommentare

Die Fortsetzung zur Hexenjagd:

Und findet der Österreicher niemanden mehr, den er vernichten kann, ist das gesamte Ausländerpack nach Hause geschoben, dann vernichtet er sich selbst. Aber er vernichtet sich nicht etwa rasch und effizient, nein, er zieht das ganze in die Länge wie einen Strudelteig und jeiert und jammert dazu und findet es auch noch irgendwie cool, sich so quasi in Slow-Motion zu selbst-verdünnisieren. Letztendlich genauso wie er abschiebt, in Slow-Motion aber nichtsdestotrotz unerbittlich.
Langer Einleitung kurzer Sinn, es gibt den passenden Soundtrack dazu, die Töne dazu stammen aus meinem Kuli, die Lyrics aus Rosivita’s Feder, die das Liederl auch zum Besten gibt, und heißen tut’s „The Devil & Me“ (Ich sollte es auf „The Devil in Me“ umtaufen) und stammt vom Album „Rosivita – Nachtblau“.
Ein musikalischer innerer Monolog, wie er in etwa vor dem geistigen Ohr unserer Innenministerin (Dieses Amt hat sie explizit nicht wegen ihrer inneren Monologe!) ertönen mag, wenn sich des nächstens vor lauter einschlafenwollen und nichteinschlafenkönnen im Bette wälzt:

Thomas Miesgang schrieb dereinst:

„In diesem Sinne markiert „Nachtblau“ das Territorium eines imaginären Mikrokosmos. Die zwölf Lieder sind Traumpfade durch eine Welt halbvergessener Exzesse und nie gehaltener Versprechen. Sie erzählen ein Märchen in Bruchstücken, das nicht auf ein Happy End
zusteuert, sondern auf einen Pistolenschuß. Und trotzdem gibt es irgendwo noch die Vorstellung vom Paradies: „I saw it, I felt it, I lived it“
Let`s get lost“!

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Inquisition und / oder moderne Hexenjagd?

15. November 2009 · 18 Kommentare

Mir reichts! – Der Fall Zogaj, Politik, Medien und deren Publikum:

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(„Password Gilles de Rais – A Conspiracy“ by The Karlbauers)

Nein, zur tatsächlichen Lynchjustiz fehlt uns der Mumm. Genüsslich dabei zuzusehen, wie eine Familie vor unser aller Augen in eine aussichtslose Situation getrieben wird, das schaffen wir, dabei sind wir gut. Da machen wir uns auch keine Finger schmutzig dabei. Achtung, mehrmals täglich die Hände waschen, wegen der Schweinegrippe und wegen der Unschuld. Vielleicht sollten sich vor allem Schweine die Hände waschen!? Was hier stattfindet ist eine moderne Variante der römischen Arena, wo Opfer den Löwen zum Fraß vorgesetzt wurden. Um nichts weniger brutal. Wir sprechen hier nicht von trainierten Gladiatoren, wir sprechen von normalen Menschen, die keine Chance haben, sich zu wehren gegen diese Urgewalt an Feindschaft, die über sie hereinbricht. Wie sagte Imre Kertesz kürzlich in einem Interview, „Das, was Ausschwitz ermöglicht hat, gibt es immer noch“. Ich übertreibe? Überzeugt euch selbst, lest die Postings in diversen Online-Foren. Ich spreche hier nicht von den gefakten Kronenzeitungs-Leserbriefen oder Jeannes widerlichem Gegeifer. Ich spreche hier von Qualitätsmedien wie Der Standard. Lest diese Postings, die nicht von den vielbeschworene bildungsfernen Schichten stammen, die ja angeblich laut Propaganda Analphabeten sind (!?), nein, sie stammen von Menschen die lesen und schreiben können ( Zweifle zunehmend daran, ob diese Fähigkeit das Denken automatisch impliziert). Was in diesen Foren an Emotion und Resentiment in Form von Neid, Hass, Missgunst hochgespült wird aus den tiefsten und sumpfigsten Niederungen der österreichischen Seele… (Erwin Ringel schau oba… Nein, schau weg!) Es geht hier natürlich um den menschlichen Aspekt, aber das möchte ich gar nicht so sehr in den Vordergrund rücken, denn damit handelt man sich wieder ein paar Schläge mit der Fekter’schen „Rehlein-Keule“ ein. Es ist auch vollkommen irrelevant, ob ich persönlich die Familie Zogaj oder Teile davon sympathisch finde oder nicht. Meine subjektiven Emotionen sind hier nicht das Thema. Es geht darum, dass an diesem exemplarischen Fall unmissverständlich das eiskalte Kalkül unserer Protagonisten aus Politik und Medien sichtbar wird, deren Ziele sich in 2 Worten ausdrücken lassen: Quoten und Wähler. Der Zweck heiligt die Mittel nicht immer! Das hier ist mir nicht egal. Damit wird eine Grenze überschritten und jetzt schwinge ich mal eine Keule und zwar die Inquisitions-Keule: Ich spreche jedem, der an dieser Hexenjagd teilnimmt, das Recht ab, am Sonntag in der Kirche scheinheilig vor sich hin zu beten und weiterhin an Weihnachten zu glauben (Das ist mal eine Drohung, die es in sich hat!) Es gäbe noch Vieles dazu zu sagen, aber damit habe ich mir zumindest Luft gemacht, denn der Ärger und die Fassungslosigkeit über all das quält mich seit Tagen. Wie werden alle bald sehen, wie die Geschichte weitergeht bzw. ausgeht. Einschaltquoten, die Big Brother alt aussehen lassen, sind garantiert. Man sollte auch Wetten abschließen dürfen, wie viele Tote es geben wird. Prognosen dazu gibt es bereits u.a. von der Universitätsklinik Wien:

„Bei der Mutter, Nurie Zogaj, werde sich in der Abschiebesituation „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Suizidalität ergeben“ – und ein „Mitnahmesuizid (Kinder)“ sei denkbar, heißt es demnach in einem Befund des Wiener Professors für Psychiatrie Thomas Stompe für das Bundesasylamt vom September“

Zum Abschluss noch eine einfache Frage, „Wer hat persönlich was davon, wenn die Familie Zogaj zurück in den Kosovo geschoben wird, ich meine, so ganz subjektiv, als Individuum. Wieviel bleibt dann mehr auf dem Gehaltskonto? Wenn es das nicht ist, worum geht es dann? Um Emotionen? Ja aber, um welche? Worum geht es wirklich dabei? Handelt es sich hierbei um eine Freud’sche Projektion oder sitzen wir alle einem Ablenkungsmanöver auf? Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien, obwohl ich Urheber obiger „Conspiracy“ bin, aber… Fragen über Fragen, kann mir bitte jemand helfen?

Fortsetzung

→ 18 KommentareKategorien: Widerstand - Call for resistance
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Klaus Karlbauer – Music Services

11. November 2009 · Kommentar schreiben

Ich habe damit begonnen, eine Auswahl meiner Kompositionen auf mein neues Soundcloud-Profil hochzuladen. Arbeiten, die in den letzten Jahren in unterschiedlichsten Zusammenhängen entstanden sind, meist als Aufträge im multimedialen Kontext: Film, Theater, Performance, Installation… Mir gefällt Soundcloud, weil es eine sehr klare Oberfläche hat, die Files in Original-Auflösung hochgeladen werden können und weil es Kommentar-Tools und Kommunikations-Tools beinhaltet.

Ein Hörbeispiel: „Weltvernetzung – All over the world“ eine 16 Kanal-Installation, entstanden 2007 für die Swarowsky Kristallwelten und ebenda permanent hörbar neben Arbeiten von Brian Eno und anderen berühmten Kollegen

 

This is the stereo version of a 16 channel sound installation. This complex composition uses sound sources from all over the world in combination with spoken words, voices and instrumental sequences. Composed & produced by Klaus Karlbauer 2007

Eine Live-Version dieser Komposition habe ich unlängst 2 Mai live remixt im Rahmen der Composers Lounge 3 des OEKB beim Feldkirch-Festival und im Wiener Porgy & Bess .

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Soundtrack für „Alterslos – More than a century“ von Klaus Karlbauer

3. November 2009 · 2 Kommentare

„Der Mensch kann wohl tun was er will, aber er kann nicht wollen was er will “ (Arthur Schopenhauer)

Anlässlich meines 100. Blog-Eintrages möchte ich mir und allen Musikfreunden ein ganz besonderes Geschenk machen, dafür habe ich gerade den Soundtrack zur Performance „Alterslos“ (2005) hochgeladen:

Zentrum dieser Komposition ist ein Interview mit dem 104 jährigen Wilhelm Jaklitsch, geboren im Jahre 01 des vergangenen Jahrhunderts. Ausschnitte aus diesem Gespräch sind verwoben in ein Geflecht aus Klängen, die ebenfalls das gesamte 20. JH überspannen. Eine weitere musikalische Ebene sind kurze Stücke, die wiederum auf diesem Material beruhen, Variationen und Remixes.
Klingt kompliziert ist aber ganz einfach anzuhören. Also, nur zu…

→ 2 KommentareKategorien: Music
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Soundtrack für Allerheiligen und -seelen von Klaus Karlbauer

1. November 2009 · 9 Kommentare

Titelmusik der Performance „Sehnsucht Ahoi!“ – Auch ein Jahr nach der Premiere immer noch herzzerreißend schön und zum Anlass passend.

→ 9 KommentareKategorien: Music
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„To ignore or to be ignored, that is the question“

30. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Das ist die Facebook-Version von Hamlet’s existenziellem Stossseufzer
„To be or not to be…“

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Du musst dein Leben ändern – Plan B bitte melden

28. Oktober 2009 · 1 Kommentar

„Du musst dein Leben ändern“ (Rilke/ Sloterdijk), „Yes I can“ (Obama) oder „Täglich grüßt das Murmeltier“ (Bill Murray) und was sonst noch an Bildern auftaucht, wenn nichts mehr so ist wie es einmal war, alles so ist wie es noch niemals war oder endlich klar wird, dass eh schon immer alles nicht immer gleich war.
„Und dennoch sollte man sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen“ (Albert Camus)!? Ja, er rollt zwar täglich denselben Stein denselben Berg hoch, aber zumindest dessen kann er sich sicher sein. Du bist flexibel, Du erfindest Dich brav brav täglich neu, Du bist auch für das Pröll’sche Transferkonto (aber nur, wenn es einen Überziehungsrahmen gibt, sonst kann weniger als Nichts nicht abgebildet werden). Du bist kreativ, kommunikativ, sozial, schlechthin ideal.
Was jedoch, wenn sich nach zig Selbst-Versuchen, -Analysen, -Reflexionen, -Befragungen herausstellt, dass Du bist was Du bist und dass kein Plan B existiert? Wenn sich herausstellt, dass trotz täglicher Selbst-Neu-Erschaffungs- (Erschöpfungs) -Fantasie und -Praxis immer wieder dasselbe entsteht, manchmal leicht variiert, manchmal kostümiert, rhetorisch raffiniert, paraphrasiert, rasiert… Aber um nichts kompatibler mit den Umständen als zuvor!?
Wenn sich herausstellt, dass weniger Deine Bereitschaft als vielmehr Deine Fähigkeit zur Veränderung begrenzt ist? Und das letztlich alle Veränderung auf einer Wechselwirkung zwischen Dir selbst und den Umständen basiert und diese Umstände sich hartnäckig weigern, sich mit Dir oder zumindest sich Dir zuliebe zu verändern? Dann bleibt Dir nur mehr, frei nach Sartre, zu sagen:
„Die Hölle, das sind die Umstände!“

Denkwürdiges Dokument eines Selbstversuches: Projekt Neustart

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Aus unserem Archiv – Vol. 1. „Roman Polanski und der letzte Tanz des Vampirs“

27. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Aus gegebenem Anlass sei hier das Video zur Produktion „Last Vampire Show“ von The Karlbauers aus dem Archiv gekramt, die im Jahre 1998, etwa zeitgleich mit der Wiener Inszenierung von Polanski’s „Tanz der Vampire“ – Musical herauskam und im Wiener Jugendstiltheater gespielt wurde:

Im Zentrum dieser multimedialen Opern-Dekonstruktion stand der Vampir in seiner gängigen Form des (meist männlichen) Künstler- und Genie-Typs, der sich vornehmlich von jungfräulichem Blut ernährt. Die Musik stammt von Heinrich Marschner, Bernhard Loibner und Klaus Karlbauer. Gewidmet ist dieser Film Carl Theodor Dreyer.

Last Vampire Show – Homepage

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Du soll dir (k)ein Bild machen?!

21. Oktober 2009 · Kommentar schreiben

Göttliches Gebot, Frage oder Aufforderung?

Unser aller Handeln wird von Bildern bestimmt, die unhinterfragt ihre schädliche Wirkung entfalten? Von welchen Bilder werden wir getrieben im Umgang mit der „Ausländerproblematik“? Welche Vorbilder, Vorurteile und Klischees determinieren uns bewusst und unbewusst? Dies herauszuarbeiten ist Thema eines geplanten Projektes. Ganz sicher jedoch basiert unser Umgang auf Desinteresse und Bequemlichkeit, genährt von Populismen jeglicher Couleur.

Wir sollen nicht nur, wir müssen neue Bilder erschaffen, die auf realen Erfahrungen und Begegnungen beruhen, auf Neugier, Interesse, Bereitschaft zum konstruktiven Dialog. Bilder, deren Ziel es nicht ist, weitere Zerstörungen anzurichten.
Ziel ist es auch nicht, die überkommene Ikonografie durch eine neue ebenso rigide zu ersetzen, sondern zumindest ins Zeitalter des bewegten Bildes einzutreten und sich weniger um hübsche Bilderrahmen als um die Aktualisierung deren Contents zu kümmern.

Hier 2 Filme, die erhellende Einblicke geben in die, den meisten mangels persönlicher Erfahrung, unzugänglichen Lebenswelten von Asylanten und Menschen mit dem vielbeschworenen „Migrationshintergrund“ (das klingt so als ob man das Wort nur mit Fingerspitzen anfassen wollte und das auch nur, wenn’s unbedingt sein musst!):

Gurbet, Little Alien

Zahlen und Fakten auf Florian Klenks Blog:

Wie kriminell sind Ausländer?

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