Um beim Thema zu bleiben, der Sakralologie (Jo, schau oba ), sei gleich noch ein Schäuferl nachgelegt:
Ostern ist nicht so nah aber auch nicht mehr so fern. Alles Mögliche feiert seine Wieder-Auferstehung, seine “Urständ”, wie man es anno dazumal so schön auszudrücken pflegte. Meist ist es unerfreulicher Natur, “Innen braun – Aussen braun – Garstig anzuschaun – Von modrig muffigem gestrigem Geru… nein Gestank – dass es einem den Atem verschlägt…”
Zurück zum Thema, sowie überhaupt eher das Unerfreuliche wiederaufersteht oder überhaupt erst gar nicht zum Abtreten zu bewegen ist, wehret den Anfängen, und zu diesem Thema habe ich beim Herumkramen in den Untiefen unserer schier endlosen Archive folgendes Stück gefunden, das sich mit “Resurrection” betitelt und von Rosivita & Klaus Karlbauer, damals noch ohne Band (wie auch jetzt wieder und wohl auch immerdar, denn Bands, aber echt: Nein Danke!), im Zuge ihrer musikalischen Odysee durch Genres und Stile einst als scheinbares Nebenprodukt abgefallen ist. Dass der vorangegangene Satz noch einmal ein gutes Ende finden wird, das habe ich zwischendurch mehrmals bezweifelt, jedoch die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und daher, wie gesagt, meist sind es die Untoten, die uns beschäftigen…
Eine Überfülle von Ideen bricht über mich herein, aus mir heraus, ich kann es kaum fassen, bin ständig damit beschäftigt, Notizen zu machen auf Alles, was mir unter die Finger kommt. Damit mir die Ideen nicht zwischen den Fingern zerrinnen. Ich kann mich kaum auf eine Sache konzentrieren, versinke in einem Meer von Zetteln, in einer Zettel-Wirtschaft. Wenn ich, wie heute, einen Hangover habe, dann bricht auch jeglicher Widerstand in mir zusammen, jeglicher Versuch, sich dieser Ideenflut zu erwehren. Und zu allem Überfluss macht sich auch mein Erinnerungsvermögen selbstständig und bietet mir ständig ungebeten neue Einblicke in meine, bis vor kurzem verschüttete, Vergangenheit. Ok, ich geb’s zu, ich beschäftige mich erstmals bewusst mit meiner Vergangenheit, mit meinen alten Arbeiten, die ich irgendwo unachtsam deponiert herumliegen habe in Kartons, Schachteln, Dosen, Büchsen… Und vieles davon hatte ich vergessen. Nicht nur die Kartons, Schachteln, Dosen, Büchsen. Nein auch und vor allem deren Inhalt. Angesichts mancher dieser vielen Dinge wundere ich mich, dass ich das gemacht haben soll. Wann? Wo? Wann hatte die Zeit dafür? Fragen über Fragen. „Sag mir, wo die Antworten sind? Wo sind sie geblieben?“ nachzuhören bei Zarah Leander. Auf die Suche danach habe ich mich ja bereits gemacht, unterwegs bin ich schon, um die Nullen in Einsen zu verwandeln, aus Nichts (was ja gleichsam das Potential zu Allem in sich birgt) etwas zu machen, etwas zu machen… Alles Andere wird man sehen und hören!
Im Übrigen wünsche ich meiner lieben Rosi (-vita) alles Gute, Schöne und überhaupt Alles zu ihrem heutigen Geburtstag
“Als Computer virtuell wirkliche Maschinen waren, schrieben Frauen die Software auf der die liefen. Und als Rechner noch ein Begriff war, der Rechenarbeiter aus Fleisch und Blut bezeichnete, waren die Körper dieser Rechner weiblich. Hardware, Software, Wetware – Frauen sind die Simulatoren, Assambler und Programmierer der digitalen Maschinen gewesen, vor ihren Auftauchen und über ihre Ziele hinaus” (Sadie Plant/ Ada Lovelace)
“Digital Woman” wurde von Sigrid Friedmann als Auftragsarbeit für ZEROS + ONES a musical media-trip von Klaus Karlbauer (2001) realisiert
Das ist mein persönlicher Ende-der-Nuller-Jahre-Song. Komponiert und uraufgeführt wurde er 2001 als Teil der Multimediaperformance ZEROS & ONES feat. Rosivita, Klaus Karlbauer aka Sergeant ZERO & Bernhard Loibner aka Lieutenant ONE
Hier trat Rosivita mal kurz zur Seite, um ihren beiden Music-Guards Sergeant ZERO & Lieutenant ONE die Bühne frei zu machen: “Verschreckt traten wir aus unserem Background-Dasein, um doch noch mal, wenn auch nur kurz, die Höhenluft des Startums anzuschnuppern. Aber wir nützten tapfer unsere Chance und stemmten den Song “No More…” auf die Bühne, dass es eine Freude war. Vor lauter Übereifer ist uns der Song dann auch zunehmend unter den Fingern zerbröselt, was man unter Musik-Nerds “Dekonstruktion” nennt (siehe angefügte Audioversion). Ein Kritiker hatte damals angemerkt, dass wir beide unsere Sache eh ganz gut gemacht hätten, aber dennoch ein paar Nachhilfestunden beim Großmeister Fennesz im Fach Song-Dekonstruktion nehmen sollten… Gründlich wie ich bin, habe ich mir unlängst (= 9 jahre später) die CD des Jahrzehnts “Endless Summer” von Christian Fennesz angehört, und ich muss sagen, wir waren damals zumindest nicht viel schlechter Die Nuller sind vorbei, die Einser im Kommen, und das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach nur einfach so.
Auch ein “Endless Summer” geht mal vorüber und überhaupt freu ich mich auf die Zukunft, die ja sowieso ständig beginnt und aufhört. “No More Zeros No More Heros” oder umgekehrt “No More Heros No More Zeros”, was auf Dasselbe hinaus läuft. Egal, in jedem Fall “Nieder mit dem Helden” oder vielleicht doch ganz was anderes… Wie anmerkte weiland George Tabori : “Das 11. Gebot lautet, du sollst dich nicht täuschen”, woraufhin Heimito von Doderer postwendend die Strudlhofstiege hinunter in Richtung Schauspielhaus, vormals “Der Kreis”, plärrte: “Meinungen sind so etwas ähnliches wie Hämorrhoiden des Geistes… Nur die Hausmeister sind immerfort von irgendetwas überzeugt.”
“No More Zeros No More Heros”: Die Audioversion (live recorded & mastered):
By the way wurde damals auch meine legendäre Heavy Metal-Zither erfunden, die mittels diverser Effekt-Kasterln einen höllischen Lärm zu verursachen imstande ist.
Und hier der Link zur Projektwebsite mit Infos, Fotos, Audio, Video, Pressestimmen und einer Menge an Web 1.0 – Spielereien:
Allen, die in diesem Blogeintrag bis hierher gelangt sind, wünsche ich alles Gute für die Gegenwart und für die Zukunft, jenseits von Nuller und Einsern.
Wie gesagt, eine meiner Haupt-Confessiones lautet, “Es sei niemand eines anderen Knecht, der sein eigener Herr sein kann”. Stammt aus dem Federkiel des Theophrastus Bombastus Philipus Aureolus von Hohenheim, gemeinhin als Paracelsus bekannt, seines Zeichen u.a. Wahl-Villacher (Diese Wahl hatte allenfalls sein Vater, denn sobald der Sohn selbst wahlberechtigt war, verließ er Villach eiligen Schrittes). Dieser Wahlspruch des Paracelsus wurde auch für alle Ewigkeit in seinen Grabstein hinein gemeisselt.
Warum zitiere ich das zum x-ten Male? “Weil mir diese ganze aufgescheuchte braune Kärntnerschei… sowas von auf den A…. geht, dass es zum Fu…. ist” (frei nach Paracelsus). Ich werde ab sofort auch kein einziges weiteres Wort jemals noch darüber verlieren (Ich schwöre!) weder gesprochen noch gefederkielt noch in Marmor gemeisselt.
Aber vorher noch Eines zum Falle dieser mehrfachen Reduktionsteilung zwischen FPÖBZÖFPK.etc.usw.undsofurz: Hier gibt es keine Unterscheidung zwischen guten (liberalen) und bösen (nationalen) Rechten. Nein! Die sind alle böse! Nochmal: DIE SIND ALLE BÖSE! Denn sie alle haben Jahre der Knechtschaft unter seiner Jörglheit hinter sich, mögen sie sich auch noch so fein als Herrenbauern oder smarte Konvertiten heraustarnen. Man kann und darf keinen von ihnen trauen, und der ihnen zugedachte Nachruf sei: “Einmal Knecht immer Knecht”. Wie das auf Latein heisst, das weiss ich nicht, weil ich nie Latein gelernt habe, aber das weiss ganz sicher jemand …;-) Sonst such ich mir noch einmal meine alten Asterix-Hefterln heraus…. Aber echt!
Wie bemerkte jemand kürzlich, “Weihnachten sei für ihn eine unangenehme Mischung aus Katholizismus und Kapitalismus”. That’s it! Aber das ist eben genau das, was den Menschen heilig und teuer ist. Und Pluralität ist einer der großen Errungenschaften westlicher Demokratien. Wobei aktuelle Vorgänge einen manchmal daran (ver-) zweifeln lassen. OK, seien wir diesmal großzügig, lassen wir den Sarkasmus im Sack.
Ich erzähle meine Weihnachtsgeschichte, nein, ich zeige meine Weihnachtsgeschichte in Form meines ersten Filmes, den ich 1984 auf Super-8 in Personalunion mit mir selbst (Kamera, Darsteller, Schnitt, Musi etc.) sowie mit Unterstützung meiner damaligen Kumpel Christian Gasser und Stephan Jank und meiner Oma, allesamt KärntnerInnen, gedreht habe. Ob die sich wohl auch so schämen wie ich? Meine Oma ist im Himmel wie mein Opa. Ich hab als Kärntner schon vor Jahrzehnten abgedankt, brauch mich daher nicht mehr zu schämen. Kollektive, ethnische Ur-Scham vielleicht? Lassen wir Kirchtürme und Minarette dort wo sie hingehören, im Dorf. Man muss kein Kärntner sein, um sich für Kärnten zu genieren. Es gibt aber abgesehen davon, genug Anderes, wofür man sich zu genieren hätte, sowohl als Kärntner wie auch als Nicht-Kärntner wie z.B. für die Nicht-Ergebnisse des Welt-Klimagipfels. “Das wäre eine Weihnachtsgeschichte gewesen, wenn dabei tatsächlich was rausgekommen wäre”, also sprach die Hättitätti-Tant.
Mein Weihnachtsfilm heisst “Sei ein Sternspritzer” und dauert knappe 5 Minuten. Worum es in diesem Film geht? Na ja, irgendwie geht es auch um Folgendes:
“Klaus Karlbauer geht mit seiner Oma zu Opa’s Grab. Christian Gasser macht auf F. X. Messerschmidt-Skulptur und zeigt der Welt die Zunge. Stephan Jank kreuzigt sich wie üblich. Die Kerzen brennen. Die Sternspritzer sternspritzen. Chris Lohner televisioniert. Und die Autokarawane zieht weiter”:
Der Soundtrack, wie gesagt: “Weihnachten ist eine unangenehme Mischung aus Katholizismus und Kapitalismus = Registrierkasse, Kirchenglocken und ein entsprungenes Ross im Stil von Jan Delay”
BZÖ Josef Bucher im Rau-TV-Interview mit Hans Rauscher im Wortlaut: “Das erinnert mich an Zeiten, die wir eigentlich vergessen… lassen… wollten!”
Video-Recomposition & Music by Klaus Karlbauer am Tag des Geschehens,
dem 17.12.2009