Die Ruhe des Deppen

Als Teilzeitbewohner einer kroatischen Insel haben wir in den letzten Jahren durch persönliche Gespräche und durch reine Anschauung Einblick gewonnen in die Auswirkungen der Machenschaften der Hypo Bank am sogenannten „Balkan“. Hier sind die Themen:

– Bestechung von Regierungsmitgliedern (inkl. Ministerpräsident, Minister etc.)
– Bestechung von Regionalpolitikern
– Umwidmung von Natur in Bauland
– Ausverkauf der istrianischen Küste powered by Jörg Haider
– Entwicklung wahnwitziger Tourismusprojekte, Shopping Malls…
– Ich versteh jetzt erst, woher die tausenden Yachten in den hunderten neuen Marinen kommen, deren Besitzer (Dass ich nicht laut loslache!) die mitgebrachte Jause an Bord verzehren
– Nachkriegs-Aktivitäten von Kriegsverbrechern
– Grenzenloser Zynismus aller am Spiel Beteiligten
etc.

All dies ist zudem nachzulesen in dem sehr gut recherchierten, aufschlussreichen Sachbuch: „Kroatien – das Land hinter der Adria-Kulisse“ von Norbert Mappes-Niedek (Südosteuropa-Korrespondent deutscher Tageszeitungen) und dem neuesten Roman von Veit Heinichen: „Die Ruhe des Stärkeren“

Abschließend noch ein O-Ton eines Immobilienentwicklers:

„Was ist der Unterschied zwischen Kroatien und Serbien? In beiden Ländern muss man bestechen, nur, in Serbien erhält man dafür das, wofür man Bestechungsgeld gezahlt hat, in Kroatien nicht!“

Und hier der unvermeidiche Soundtrack zur Story: Balkantechnopunk von Klaus Karlbauer

Möge dies der Hypo als Grabgesang gereichen!

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Über Klaus Karlbauer

Composer, film and performance artist
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9 Antworten zu Die Ruhe des Deppen

  1. Melanie Gatzke schreibt:

    Die Ruhe des Deppen–
    Dem Artikel nach haben diese Staaten die Banken ganz schön abgezogen. Erst mal – her mit dem Kredit — wirst du schon merken, wenn du dein Geld nicht wieder bekommst.
    Sieht so aus, als hätten die von Anfang an so kalkuliert. Na ja, in deren Augen zocken sie ja nur ein paar Reiche aus der EU ab.
    Ja ja, edel sei der Mensch, hilfreich und gut.
    liebe Hypo-alpe– ein gutes Werk getan.
    dafür gibt es Einlass im Himmel.

    Die LB – die Hypo-Adria– sie alle hätten es besser wissen müssen, dass man diese länder nicht über Nacht reich machen kann, dass sie diese imensen Schulden nicht bedienen können.
    –So gesehen weiß man nicht, wer von den Beteiligten der Dümmere war.
    Der Klügere steht jedenfalls fest, nach dem motto: -aufbauen-sanieren -kaufen- dann Insolvenz.– wo kein Geld ist – kann man keines holen.-
    Fazit: durch Erfahrung wird man klug.
    und, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

  2. maziarworld schreibt:

    Falsch. Ich sehe es nüchtern. Wir sind die Deppen, schliesslich zahlen wir alle, damit die Banken und deren Manager noch weiter unsere Geld verjubeln können. Das erste Kapitalismusgesetz besagt:
    Das Geld geht nie verloren, nur die Besitzer werden gewechselt:-)

    Frohe Weihnachten
    http://maziarworld.wordpress.com

  3. Klaus Karlbauer schreibt:

    Ich bin ganz sicher ein Depp, nur die nötige Ruhe fehlt mir noch. Wenn ich diese Dörflas und dieses Gescheuch nur sehe, da fällt mir alles mögliche ein… Ruhig durchatmen. Oooooooooohm

  4. daherrkoarl schreibt:

    Lieber Namensvetter (in mehrfacher Hinsicht, wie ich hier sehe!),

    ein ziemlich spannendes Thema, mit bitteren Folgen und bizarren Auswüchsen.
    Ich denk, das Buch vom Mappes (ich kenne ihn noch aus meiner Volontärszeit, da musste ich immer seine Korr.’s verwursten – guter Mann!) werd ich mir besorgen. Und zwar für meinen nächsten Kroatienurlaub ium Juni…

    Es empfiehlt sich,

    da Herr Koarl

  5. daherrkoarl schreibt:

    Tut mir leid, aber ich bin schon der Herr Koarl!

  6. gttga schreibt:

    Besser als ein Koarl sind immer noch zwei Koarls

  7. Pingback: 2010 in review | Karlbauerblog

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