Oftmals sind die Reden, die nicht gehalten werden, am wirksamsten

Der stumme Diener wäre der ideale Eröffnungsredner der Salzburger Festspiele. Diesem, leider aus der Mode gekommenen, äußerst praktischen Möbelstück,  kann man eine theaterblutbesudelte Regietheaterunterhose anziehen, man kann darauf eine Bubentracht und ein Dirndlkleid knitterfrei ablegen, während Bub und Dirndl zu Bett gehen, man kann ihm aber auch den Mantel des Schweigens umhängen. Alles gleichzeitig wäre auch möglich. Kein Widerspruch würde erhoben werden. Jedes Kostüm wäre dem stummen Diener recht.

Was hat Jean Ziegler mit Muammar Gaddafi zu tun hat? Wenn es darum ginge, wer mit wem Kontakt pflegt, dann müsste einem ansehnlichen Teil des Publikums der Salzburger Festspiele der Besuch der Veranstaltung verwehrt werden.
Die Tatsache der Ausladung von Jean Ziegler als Eröffnungsredner ist aussagekräftig genug. Mehr hätte Jean Ziegler mit einer auch noch so pointierten Rede nicht erreichen können. „Der Narr hat seine Schuldigkeit getan“, und damit gibt es zumindest eine hieb- und stichfeste Parallele zum Umgang der internationalen Staatengemeinschaft mit Muammar Gadafi: Einladen. Ausladen. Vorhang!

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Über Klaus Karlbauer

Composer, film and performance artist
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