Mir ist nicht wurscht, was mit meinen persönlichen Daten passiert!

Google Adieu!

Das häufigste Argument, das ich zu hören bekomme, wenn ich mit Freunden und Bekannten über die aktuellen Enthüllungen zu den NSA-Überwachungen diskutiere, lautet: „Mir ist egal, was mit meinen Daten passiert, ich hab ja eh Nichts zu verbergen!“ Naivität und Gottvertrauen in Ehren, aber dieser Haltung muss entschieden widersprochen werden. Jene Leute, die dies behaupten, wissen offensichtlich gar nicht, was man von ihnen wissen kann und auch mit Sicherheit weiss. Abgesehen von den Inhalten ihrer Kommunikation per Telefon, E-Mail etc. und ihren Selbstdarstellungen in den sogenannten sozialen Netzwerken, reichen die Metadaten ihrer Kommunikation aus, um ein schlüssiges Bild einer Person daraus zu gewinnen. Ein einfaches Beispiel: Jemand hat ein erhöhtes Aufkommen von Telefongesprächen mit einem Psychiater oder Therapeuten. Warum wohl? Um eine Einladung zu einem Grillfest zu besprechen? Wohl eher nicht. Jemand telefoniert ständig mit seinem Bankberater. Warum wohl? Wieder keine Grillparty oder ein Saunabesuch, wohl eher Fragen bezüglich Kreditvergabe, Schuldenmanagement… Beratungen zum Thema Karibik-Firmen-Verschachtlungen zum Zwecke der Umgehung der Steuerpflicht und den daraus entstehenden Profiten werden eher am Bord einer Privatyacht besprochen oder auch beim Grillfest oder in der Sauna. Stellen wir uns nun vor, diese Person, die häufig ihren Therapeuten kontaktiert, sei es ein Journalist, Wissenschafter , Künstler oder Privatier, arbeitet zum Thema Bombenattentate, Giftgaseinsatz, Nationalsozialismus oder Kinderpornografie, um wahllos einige zu zitieren, und benützt dafür die Google-Suche… Interessante Verknüpfungen lassen sich daraus ableiten, dazu braucht man wenig Fantasie. Was den Umgang mit den sozialen Netzwerken betrifft, die ich in Zukunft nur mehr als asoziale Netzwerke bezeichnen werde, leben die Tölpel von den Geheimdiensten in einem wahren Paradies, denn jeder gibt freiwillig Alles, was er oder sie zu geben zu haben vermeint. Ein freiwilliger Striptease auf allen Ebenen. Die Schnüffler können sich entspannt zurücklehnen und die Rosinen heraus picken, wie es ihnen beliebt. Ich frage nun alle User der ach so beliebten scheinbar kostenlosen Online-Dienste wie Google, Facebook, Yahoo und Co.: Wisst ihr überhaupt was ihr tut? Habt ihr die AGBs dieser Konzerne gelesen? Da steht es drinnen, ganz ungeniert, was der Preis für die Inanspruchnahme kostenloser Dienste ist, nämlich die Übergabe sämtlicher User-Daten sowie sämtlicher multimedialer Inhalte an die Betreiberfirmen. Die können damit machen, was sie wollen und tun es auch. All diese asozialen Konzerne kooperieren eng mit der NSA und anderen Schnüffel-Institutionen. „Ist mir Alles Wurscht!“ OK, wenn der oder die Betreffende volljährig ist, kann und muss sie die Verantwortung für ihr eigenes leben ohnehin selbst übernehmen, egal ob sie dazu qualifiziert ist oder nicht. Volljährige, auch die uninformiertesten und ignorantesten, dürfen ihre Stimme bei Wahlen abgeben. Demokratie, Ja! Gut für die Demokratie, Nein! Beim Autofahren muss man zumindest einen Führerschein vorweisen können. Zur Wahl darf jeder gehen. Aber was ist mit unseren Kindern? Glaubt jemand im Ernst, dass ihre AnsprechpartnerInnen bei der zukünftigen Jobsuche nicht die Online-Recherche in Anspruch nehmen werden? Und was passiert dann mit den Facebook-Daten, die man vielleicht im Überschwang einer momentanen Laune gepostet hat oder noch schlimmer, die von Anderen ohne sein Wissen, ja manchmal auch gegen den eigenen Widerstand gepostet wurden. Keine angenehme Vorstellung!

Ich selbst habe jahrelang die kostenlosen Dienste von Youtube und der Google-Suchmaschine in Anspruch genommen. Ist ja praktisch, keine Frage. Meinen Facebook-Account habe ich nach anfänglichem Interesse sofort wieder gelöscht, was nicht einfach aber dennoch möglich ist. Ab sofort verwende ich jedoch keinen dieser Dienste mehr. Meinen Youtube-Videochannel habe ich mit einem Video-Statement geschlossen:

und bin zu VIMEO migriert, deren AGBs deutlicher seriöser sind.

Darüber hinaus gibt es für jeden dieser Dienste eine politisch deutlich korrektere Alternative und ich rufe hiermit auf, diese alternativen Anbieter zu unterstützen. Ein Beispiel für eine alternative Suchmaschine, die ebenso gut funktioniert wie Google, ohne Werbung ist und die Suchanfragen nicht archiviert: https://duckduckgo.com/

Es gibt alternative Webmail-Dienste, Kartendienste…

Mein Statement als Künstler, wie es ja von einigen Kommentaren in den Foren zu diesem Thema wiederholt eingefordert wurde, habe ich in Form eines Videos formuliert, unter dem Titel: „Torture Harddrives – British National Sport“.

Klaus Karlbauer – Komponist und Medienkünstler. Lebt noch in Wien.

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Über Klaus Karlbauer

Composer, film and performance artist
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